Psychotherapie

Was ist eine Psychotherapie?
Auch wenn es Ihnen vielleicht gerade noch nicht gut geht, lassen Sie es mich anhand eines Witzes erklären:
„Was ist der Unterschied zwischen einem Neurotiker, einem Psychotiker und einem Psychiater? – Der Neurotiker baut Luftschlösser, der Psychotiker wohnt darin – und der Psychiater kassiert die Miete!“
Im Ernst: Psychotherapie ist Hilfe zur Selbsthilfe und zur Erweiterung der Möglichkeiten eines Menschen. Medium ist das Gespräch und verschiedene Übungen. Es geht darum, Symptome überflüssig werden zu lassen, also ressourcen- d.h. lösungsorientiert zu arbeiten; im Hier und Jetzt Lösungen für die Zukunft zu finden.
Verhaltenstherapie basiert auf den Lerngesetzen. Das bedeutet vereinfacht: jedes Verhalten, das beachtet wird (durch Lob oder Schimpfen, also positiv oder negativ) neigt dazu, vermehrt aufzutreten – während jedes Verhalten, das nicht beachtet wird, „gelöscht“ wird, also seltener/schwächer/weniger wird. Es geht nicht unbedingt darum, eine „Ursache“ zu finden , sondern neue Bewältigungsmöglichkeiten einzuüben (wenn ich die Ursache weiß, habe ich ja noch nicht die Lösung!). Meist gibt es ja auch viele „Ursachen“ (Auslöser), die sich gegenseitig verstärkt/verschlimmert haben.
Vielleicht ist hier eine gute Gelegenheit, einige Begriffe zu klären: Es gibt Menschen, die Psychologie studiert haben; viele von denen werden nach Universitätsdiplom und langjähriger Therapieausbildung Psychologische Psychotherapeuten bzw. Psychotherapeutinnen. Die meisten arbeiten mit Verhaltenstherapie (VT, s.o.), einige mit „Tiefenpsychologisch fundierter Therapie“ (TP).
Menschen, die Medizin studiert haben, können Ärztliche Psychotherapeuten, Fachärzte für Psychotherapie, Psychiater, Neurologen etc. werden. Wenige Ärzte üben Psychotherapie aus, wohl weil es kaum möglich ist, mit den derzeitigen Honoraren auch eine ärztliche Praxis mit einer größeren Praxis und angestelltem Personal zu finanzieren.